Brauchtum

Brauchtum ist ein großer und wichtiger Bestandteil unseres Vereins. Manche Bräuche leben wir ganz automatisch und unbewusst, andere wiederum aktiv. Beides aber mit dem selben Enthusiasmus.  
Unsere Sprache zum Beispiel, also unser Dialekt, ist ein gutes Beispiel für automatisches Brauchtum. Da müssen wir uns oft schon anstrengen, ein sauberes Hochdeutsch herauszubekommen.
Auf dieser Seite erhalten Sie einen kleinen Einblick, wie der Heimat- und Trachtenverein Geltendorf Jahr für Jahr mit Brauchtum in Berührung kommt und dieses lebt.
I

Oarkugeln

Sucht man nach dem Ursprung bzw. nach der Herkunft dieses Brauches so tut man sich schwer, da dies nicht so ganz geklärt ist.

Klar ist allerdings, wie der Brauch gelebt wird:
Die Familie, Freunde oder die Gemeinde trifft sich am Ostermontag und lässt auf einer Bahn ein hartgekochtes Ei hinunterkullern. Triff das gekugelte Ei, ein bereits anderes gekugeltes Ei, muss der Getroffene 1 Cent an den soeben Gekugelten zahlen. Trifft das Ei mehrere Eier, muss jeder Getroffene 1 Cent zahlen. 

Wir leben diesen Brauch am Ostermontag und laden herzlichh zu uns ins Vereinsheim nach Kaltenberg ein. 


II

Maibaum

In seiner heutigen hohen Form mit belassener grünen Spitze und Kranz geschmückt ist der Maibaum schon seit dem 16. Jahrhundert bekannt, jedoch in unterschiedlichen Funktionen. Seit dem 19. Jahrhundert kam er, vor allem in Bayern, auch als Ortsmaibaum auf.
Seit Vereinsgründung sind wir darum bemüht, dass Geltendorf alle 3 Jahre einen Maibaum aufstellen kann. Laut unserer Chronik wurde am 1.5.1952 der 2. Maibaum in Geltendorf aufgestellt. Schon damals half die gesamte Dorfgemeinschaft mit, den Baum traditionell mit der Hand aufzustellen. Dabei übernehmen wir die Organisation zusammen mit mehreren Ortsvereinen.
III

Kirchweih

Kirchweih ist ursprünglich ein heidnisches Fruchtbarkeits- und Erntedankfest. Später, ab dem Mittelalter, wurde Kirchweih als religiöses Fest anlässlich der Weihe einer christlichen Kirche gefeiert. Dabei wird eine Kirche oder ein Kirchenraum feierlich, im Allgemeinen vom Bischof, einer Gemeinde zum liturgischen Gebrauch übergeben. Die Kirche wird zumeist einem Schutzpatron geweiht, dessen Gedenktag in den Folgejahren feierlich begangen wird.
Der allgemeine Kirchtag ist der 3. Sonntag im Oktober. Die Rituale, die bis heute überlebt haben, sind die "Kirta-Hutschn" und die "Kiachal und Kirta - Nudeln". Die Kirta-Hutschn ist eine aufgehängte Leiter, die als Schaukel fungiert. Ein Kiachal ist ein Hefeteiggebäck, das in seine Form mit den Händen gezogen wird.  Anschließend wird das Schmalzgebäck in Fett herausgebacken.

Wir freuen uns auf Euren Besuch jedes Jahr am 3. Sonntag im Oktober in unserem Vereinsheim in Kaltenberg.
IV

Pestkapelle

Nachdem während des 30-jährigen Krieges das schwedische Heer 1632 Landsberg eingenommen hatte, mussten auch die Menschen in der Gegend um Geltendorf viele Opfer bringen. Darauf folgte 1646 die Pest-Seuche, die innerhalb von zwei Jahren 26 Menschenleben forderte. An die Pestopfer der Gemeinde Geltendorf und an den - vermutlich hier gelegenen Pestfriedhof - erinnert eine kleine Kapelle, die nordöstlich der Ortschaft an der heutigen Straße nach Hausen errichtet wurde.
Im inneren bildet ein großes Kruzifix den Mittelpunkt eines kleinen Altars.

Bereits im Gründungsjahr 1949 wurde das aus dem 30jährigen Krieg stammende Baudenkmal vom Heimat- und Trachtenverein renoviert. In den Jahren 1981-1982 wurde die Kapelle erneut renoviert und wir kümmern uns um die Pflege und den Erhalt der Pestkapelle als Andenken der Pestopfer.

Regelmäßig findet an der Pestkapelle eine Maiandacht statt.

Trachtenverein Geltendorf

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